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Unsere Vögel

Das erste Paar Katharinasittiche erwarb ich 1994 in einem Zooladen, in dem ich auch aushilfsweise arbeitete. Dieses Paar war damals in einem erschütternden Zustand, von seinem Vorbesitzer unter scheinbar katastrophalen Umständen gehalten. Die Krallen der beiden Tiere waren überlang, teilweise verdrillt. Somit wurde das Klettern zur Qual, überall blieben sie hängen. Dem Weibchen Momo fehlten drei Krallen, teilweise sogar die Zehen, dem Männchen Max "nur" eine. Das Gefieder war struppig und glanzlos, stellenweise fehlte es ganz. Das Weibchen hatte zudem keine Handschwingen. Im Gegensatz zum restlichen Gefieder wuchsen diese gar nicht oder nur stark verkümmert nach, so dass Momo bis zu ihrem Tod flugunfähig war. Ebenfalls alarmierend war das Verhalten der Beiden. Näherte man sich der Verkaufsbox auf etwa zwei Meter, "fielen" beide in Panik von der Stange, saßen danach verängstigt in einer Ecke und schrieen sich die Seele aus dem Leib. Ich wollte nicht zulassen, dass den Beiden so etwas noch einmal passierte; also zogen sie zu mir und meinen damals vier Wellensittichen in mein Zimmer.

Nach etwa einem Jahr hatte sich der Zustand von Max und Momo gebessert. Eine ausgewogene Ernährung zeigte Wirkung, das Gefieder war dicht und glänzend nachgewachsen, die Krallen gestutzt. Dennoch blieben Max und Momo allen Menschen gegenüber äußerst misstrauisch, der angebotene Nistkasten wurde als Rückzugsmöglichkeit nicht nur nachts aufgesucht.
Da ich während meiner Ausbildungszeit keinen Platz für die Käfige meiner Tiere hatte, blieben sie im Elternhaus zurück und wurden von meinen Eltern versorgt. Erst im Jahre 2000 - die Wellensittiche waren inzwischen in einen großen Wellensittichschwarm eines Bekannten umgezogen - holten mein Mann und ich die Katharinasittiche zu uns. Wusste ich bis dahin kaum etwas über diese südamerikanische Art, begann ich langsam, mich in die nur spärlich existierende Literatur über Katharinasittiche einzulesen.

Im September 2001 dann, Momo war inzwischen 10 Jahre alt, Max sogar 11 Jahre, verstarb über Nacht plötzlich und ohne Vorwarnungen Momo. Max hatte wohl stundenlang neben dem kalten Körper gesessen und versuchte verzweifelt, sein Weibchen durch Anstupsen und Kontaktlaute zum Aufstehen zu bewegen. Auch nach Entfernen des toten Vogels wurde weiter gerufen.
Wir hatten vorher niemals darüber nachgedacht, was zu tun sei, wenn einer der Vögel stirbt. Aber Max' Anblick machte uns schnell klar: ein Partner musste her. Leichter gesagt als getan. Nach endlosen Stunden im Internet (Durchsuchen der Züchterlisten) und ein paar Telefonaten stand fest, ein Neuer zieht ein. Max' Zustand verschlechterte sich nach zwischenzeitlichem, überraschendem Aufblühen von Stunde zu Stunde. Ein Tierarzt diagnostizierte eine bakterielle Infektion, einen Zusammenbruch des Immunsystems. Max trauerte.

An dem Tag, als der neue Katharinasittich abgeholt werden sollte, saß Max nur noch auf dem Boden, fraß nicht mehr und interessierte sich auch sonst nicht für seine Umgebung. Es sah schlecht aus. Dennoch fuhren wir nachmittags die knapp 200 km zum Züchter, entschieden uns dort jedoch für zwei Katharinasittiche, und traten den Heimweg an. Der erste Weg zuhause führte zu Max' Käfig. Er lebte! Die beiden Neuen gaben schon bald erste Laute von sich, Max schien dies wahrzunehmen. Er hob kurz seinen Kopf.
Nur zehn Minuten nach der Rückkehr vom Züchter starb Max in meinen Händen, zwei Wochen nach seiner geliebten Momo.

Ja, und da waren sie nun, Bo und Luna, eingezogen am 08. Oktober 2001. Ich wollte mich nicht so wirklich freuen.
Der Anblick des alten Käfigs, in dem Max und Momo gelebt hatten, wurde unerträglich. So blieben Bo und Luna zunächst in dem eigentlich für die Quarantäne vorgesehenen Käfig und bekamen etwa zwei Wochen später eine neue kleine Holzvoliere.

Bo und Luna waren von Anfang an neugierig und zutraulich und boten mit einem Verhaltensrepertoire auf, das ich so zu keinem Zeitpunkt bei Max oder Momo hatte beobachten können. Die Begeisterung für die Katharinasittiche und ihr außergewöhnliches Verhalten war nun endgültig entfacht.
Gesammelte Beobachtungen, teilweise dokumentiert und unterstützt durch Fotos, verglich ich nun erneut mit der Fachliteratur. Noch immer gab es Unstimmigkeiten, was uns dann schlussendlich dazu veranlasste, die Seite www.katharinasittiche.de aufzubauen.

Mit der Anzahl der Vögel wuchs auch die Größe ihrer Behausungen, von zunächst kleinen, später größere Holzvolieren über ein Vogelzimmer bis zur heutigen Außenvoliere. Aufgrund unseres Internetauftritts ergaben sich bald Anfragen zu Vermittlungen und Notfallaufnahmen von Katharinasittichen und anderen Papageien, so dass wir auch in diesem Bereich aktiv sind. Die Anzahl unserer Volierenbewohner schwankt ständig. Mal kommen neue Abgabetiere hinzu, mal verlassen uns einige unserer Schützlinge, denn auch der Tod der Tiere gehört zur Vogelhaltung dazu.

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